Paar beim Notartermin für einen Immobilienkauf in Deutschland

Welche Kosten kommen beim Immobilienkauf auf dich zu?

20. Juni 2026 Julia Weber Kosten & Finanzierung

Du hast ein passendes Objekt gefunden – doch welche Kosten fallen beim Immobilienkauf wirklich an? Es bleibt selten beim reinen Kaufpreis. Vielmehr summieren sich verschiedene Nebenkosten, die du von Anfang an einplanen solltest. Damit sparst du dir später böse Überraschungen (und das gibt ein besseres Gefühl bei der Finanzierungsplanung).

Direkt nach der Einigung mit der Verkäuferseite kommt meist der Notartermin. In Deutschland ist die notarielle Beurkundung Pflicht – dafür entstehen Gebühren, die sich nach dem Kaufpreis richten. Meist sind das rund 1-2% des Kaufpreises. Hinzu kommt die Grunderwerbsteuer, die je nach Bundesland unterschiedlich ausfällt (meist 3,5 bis 6,5%). Beides sind einmalige Zahlungen, die schnell einen hohen Betrag ausmachen können.

Nicht vergessen solltest du die Maklerprovision, sofern du über einen Makler kaufst. Diese liegt häufig zwischen 3 und 7% des Kaufpreises, wobei die genaue Aufteilung inzwischen gesetzlich geregelt ist. Kläre im Vorfeld, wer welchen Anteil trägt. Hinzu kommen Kosten für die Grundbucheintragung, Gebühren für die Bank (zum Beispiel für die Eintragung einer Grundschuld) und eventuell Sachverständigenkosten für Gutachten oder Energieausweise. All das solltest du dir am besten als Liste notieren und zur Kalkulation nutzen.

Auch nach dem Kauf entstehen laufende Kosten. Dazu zählen Grundsteuer, Versicherungen, Instandhaltung und die Rücklagenbildung für Reparaturen. Wer vermietet, muss mit Leerstandszeiten oder unerwarteten Ausgaben rechnen. Es lohnt sich, frühzeitig Rücklagen zu bilden und den eigenen Finanzplan regelmäßig zu überprüfen.

Beim Thema Finanzierung solltest du den effektiven Jahreszins (APR), die Tilgung, mögliche Sondertilgungen sowie alle Nebenkosten im Blick behalten. Unterschiedliche Banken bieten verschiedene Konditionen an, ein Vergleich lohnt sich. Lass dich nicht von scheinbar niedrigen Zinsen blenden – entscheidend sind die Gesamtkosten über die Laufzeit. Und: Auch bei bester Planung kann sich der Markt verändern. Es gilt immer, flexibel zu bleiben und gegebenenfalls nachzujustieren.

Fazit: Wer die Kosten realistisch einschätzt und ehrlich kalkuliert, trifft nachhaltigere Entscheidungen. Ergebnisse können unterschiedlich ausfallen – Transparenz ist immer ein guter Begleiter.